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Altersvorsorge

Heute planen, später entspannt genießen

Ob erste Schritte oder Fortgeschrittene: Wir erklären die Grundlagen der deutschen Altersvorsorge, zeigen die häufigsten Irrtümer und vergleichen die Produkte, die Ihren Lebensstandard im Ruhestand sichern.

  • Drei Säulen: gesetzlich, betrieblich und privat
  • Faustregel: 10–15 % des Nettoeinkommens zurücklegen
  • Rentenlücke früh berechnen und gezielt schließen
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Das Wichtigste in Kürze

Drei Säulen
Die Altersvorsorge in Deutschland ruht auf drei Säulen: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge.
Rentenlücke
Die Differenz zwischen späterer Rente und dem zuletzt erzielten Einkommen. Ohne private Initiative kann der Lebensstandard nicht gehalten werden.
Frühzeitig vorsorgen
Faustregel: 10 % bis 15 % des Nettoeinkommens monatlich beziehungsweise jährlich für die Rente sparen.

Das Grundgerüst

Die drei Säulen der deutschen Altersvorsorge

Die Altersvorsorge in Deutschland ruht auf drei Säulen. Erst das Zusammenspiel aller drei bietet eine solide Basis für den Ruhestand.

Säule 1

Gesetzliche Rente

Die Basis. Finanziert über Rentenversicherungsbeiträge. Rund 80 % der Beschäftigten sind pflichtversichert. Auszahlung abhängig von den erworbenen Entgeltpunkten.

Säule 2

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Durch den Arbeitgeber. Seit 2019 ist ein Arbeitgeberzuschuss von 15 % Pflicht, wenn Teile des Gehalts umgewandelt werden. Steuer- und sozialabgabenfrei bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze.

Säule 3

Private Vorsorge

Ihre eigene Initiative: Riester-Rente, Rürup-Rente, Fondssparpläne, ETFs, Immobilien und mehr. Hier liegt der größte Gestaltungsspielraum.

Die Lücke im Blick

So groß ist Ihre Rentenlücke

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrer späteren Rente und dem zuletzt erzielten Einkommen. Ohne private Initiative lässt sich der gewohnte Lebensstandard im Ruhestand nicht halten. Die Tabelle zeigt exemplarische Szenarien.

Beispielhafte Modellrechnung. Eigene Werte hängen von Einzahlungen, Beitragsjahren und Marktentwicklung ab.

  • 40 Jahre93.000 €
    Brutto p. a.
    53.000 €
    Rente/Monat
    2.824 €
    Rentenlücke p. a.
    171.000 €
    Lücke gesamt
    264.000 €
  • 50 Jahre60.000 €
    Brutto p. a.
    54.500 €
    Rente/Monat
    2.889 €
    Rentenlücke p. a.
    198.000 €
    Lücke gesamt
    258.000 €
  • 60 Jahre24.000 €
    Brutto p. a.
    54.750 €
    Rente/Monat
    2.900 €
    Rentenlücke p. a.
    221.000 €
    Lücke gesamt
    245.000 €
Modellrechnung für ein durchschnittliches Erwerbsleben in Deutschland.

Klassische Denkfehler

Häufige Irrtümer zur Altersvorsorge

Irrtum 01

„Die gesetzliche Rente reicht mir.

Das Rentenniveau sinkt seit Jahren: wer nur auf die gesetzliche Rente vertraut, riskiert eine erhebliche Lücke zum gewohnten Lebensstandard.

Irrtum 02

„Ich fange später an.

Die Zeit ist der größte Hebel. Wer früh beginnt, profitiert vom Zinseszinseffekt und muss monatlich deutlich weniger zurücklegen.

Irrtum 03

„Etwas sicheres ist am besten.

Zu viel Sicherheit kostet Rendite. Tagesgeld und Festgeld schlagen die Inflation meist nur knapp: langfristig schrumpft das Vermögen real.

Irrtum 04

„Rente ist eine Männersache.

Die geschlechtsspezifische Rentenlücke ist real: Frauen erreichen im Schnitt nur rund 53 % der Altersrente von Männern. Vorsorge ist für alle entscheidend.

Das kann funktionieren

Was laut Fachleuten als Altersvorsorge funktioniert

01

Ein breit gestreuter ETF-Sparplan

02

Die betrieblich unterstützte Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss

03

Eine steuerlich geförderte Lösung wie die Rürup-Rente

04

Langfristige Kapitalanlagen: Immobilie, Festgeld oder der ETF-Rürup-Sparplan

Produkte im Vergleich

Von der gesetzlichen Rente bis zur Rürup-Rente

01

Gesetzliche Rentenversicherung

Die Pflichtversicherung für die meisten Beschäftigten. Die Höhe der Rente richtet sich nach Entgeltpunkten aus Beitragsjahren und Einkommen. Das Rentenniveau sinkt, der Beitragssatz steigt tendenziell.

02

Riester-Rente

Staatlich geförderte private Vorsorge: Grundzulage von 175 € pro Jahr, 185 € je Kind. Vorteilhaft für Familien und Geringverdiener. Renditechancen sind aber begrenzt, Kosten nicht selten hoch.

03

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Über den Arbeitgeber, mit Pflichtzuschuss von 15 %. Besonders attraktiv, wenn der Arbeitgeber zusätzlich einzahlt. Auszahlung als Rente, Kapital oder kombiniert.

04

Rürup-Rente (Basisrente)

Steuerlich geförderte private Altersvorsorge, ideal für Selbstständige. Beiträge sind bis zu einer Höchstgrenze als Sonderausgaben absetzbar, die Auszahlung ist jedoch versteuert.

05

Private Rentenversicherung

Klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung mit garantierter oder chancenorientierter Anlage. Gut für planbares Zusatzeinkommen im Ruhestand.

06

Wertpapiere & ETF-Sparpläne

Breit gestreute ETFs gelten langfristig als eine der renditestärksten Anlagen. Kein garantiertes Einkommen, aber großes Wachstumspotenzial durch den Zinseszinseffekt.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge

Am besten so früh wie möglich. Jedes Jahr Aufschub kostet Zinseszins. Eine Faustregel: 10 % bis 15 % des Nettoeinkommens regelmäßig zurücklegen.

Die Differenz zwischen der späteren gesetzlichen Rente und dem zuletzt erzielten Einkommen. Sie bestimmt, wie viel zusätzlich privat vorgesorgt werden muss.

Riester lohnt oft für Familien mit vielen Kindern. Wer Renditechancen sucht, fährt mit breit gestreuten ETF-Sparplänen meist besser. Eine Kombination ist möglich.

Das Rentenniveau sinkt tendenziell, während die Beitragssätze steigen. Die gesetzliche Rente bleibt die Basis, ersetzt aber künftig weniger vom Einkommen: private Vorsorge wird wichtiger.

Autorin: Maria Brütting (Content Managerin, Marketing) · Expertise: Kim Felix Fomm (Chief Investment Officer)

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Kurse können steigen oder fallen, im äußersten Fall ist ein vollständiger Verlust des angelegten Betrages möglich.

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar.

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