ETF-Wissen
Mit ETFs breit gestreut und langfristig investieren
Wie Sie mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) breit gestreut und langfristig investieren, von der Definition über die Funktionsweise bis zu Kennzahlen und Sparplan.
- Grundlagen verständlich erklärt, ohne Fachjargon
- Kennzahlen wie TER, Tracking Difference und Ausschüttung
- Sparplan statt Markttiming: Schritt für Schritt anfangen

Das Wichtigste in Kürze
- Definition
- ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen bestimmten Aktienindex wie den DAX oder MSCI World abbilden.
- Kosteneffizienz
- Als passive Fonds verzichten ETFs auf ein Fondsmanagement und sind dadurch wesentlich günstiger als aktive Fonds.
- Sicherheit
- In ETFs investiertes Geld ist Sondervermögen und im Falle einer Insolvenz der Kapitalgesellschaft geschützt.
Grundlagen
Was ist ein ETF und wie funktioniert er?
Die Abkürzung ETF steht für „Exchange Traded Fund“, zu Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. Obwohl ETFs rechtlich gesehen eine Unterform von Investmentfonds sind, werden sie im Alltag oft strikt von ihnen unterschieden. Das liegt vor allem an der Verwaltungsart: Während unter dem Begriff „Fonds“ meist aktiv gemanagte Produkte verstanden werden, sind ETFs in der Regel passiv. Statt auf ein Management-Team zu setzen, bilden sie die Wertentwicklung eines Index: wie etwa des DAX: eins zu eins nach.
Bei einem ETF auf den MSCI World wird über Aktien in knapp 1.300 Unternehmen weltweit investiert. Der ETF ist dabei wie eine Art Sammeltopf, in dem die Aktien aus dem Index liegen. Anleger kaufen sich mit ihrem Investment einen Anteil an diesem Topf und können von der Wertentwicklung der enthaltenen Aktien profitieren. Mit Hilfe von ETFs können Anleger demnach kosteneffizient mit einer Investition in ganze Märkte investieren.
ETF vs. aktiver Fonds
- 01Aktive Fonds versuchen, den Markt per Titelauswahl zu übertreffen, mit dem Risiko der Underperformance.
- 02Passive ETFs bilden Indizes automatisiert nach und senken so die Verwaltungskosten erheblich.
- 03ETFs handeln Sie an der Börse zum aktuellen Preis; Fondsanteile geben Sie nur an die Fondsgesellschaft zurück.
Chancen von ETFs
- +Kosteneffizienz: passiv, ohne aktives Fondsmanagement.
- +Transparenz, bei physischer Nachbildung sind alle enthaltenen Titel bekannt.
- +Risikostreuung: viele Wertpapiere gleichen einzelne Schwankungen aus.
- +Sondervermögen, bei Insolvenz des Anbieters ist das Geld geschützt.
- +Handelbarkeit: während der Handelszeiten zum aktuellen Preis kauf- und verkaufbar.
Risiken von ETFs
- –Passivität, ohne Fondsmanagement kaum Gegensteuern bei Marktverwerfungen.
- –Schwankungen: Wertminderungen sind möglich.
- –Mitspracherecht: die Zusammensetzung gibt der Index vor.
- –Liquiditätsrisiko: gleichzeitige Verkäufe können Engpässe auslösen.
Anlagen am Kapitalmarkt können im äußersten Fall zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages führen.
Sparquote
Wie viel sollte man monatlich in ETFs investieren?
Die Höhe einer monatlichen ETF-Investition hängt vom Einkommen und den persönlichen finanziellen Zielen ab. Häufig dient eine Sparquote von circa 10 % bis 20 % des Nettoeinkommens als Orientierung.
Beispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 3.500 € entspricht eine Sparquote von 10 % etwa 350 € monatlich. Bei einer langfristigen Durchschnittsrendite von 7 % pro Jahr ergibt sich das folgende Vermögen.
Zinseszinseffekt: Bei einem thesaurierenden ETF werden Erträge automatisch wieder angelegt. Zinsen auf Zinsen verstärken das Wachstum über lange Zeiträume.
ETF-Sparplan: Oft schon ab kleinen Monatsbeträgen möglich, die Rate lässt sich jederzeit erhöhen, senken oder pausieren.
- 10 Jahreca. 60.100 €
- Eingezahltes Kapital
- 42.000 €
- 20 Jahreca. 182.500 €
- Eingezahltes Kapital
- 84.000 €
- 30 Jahreca. 426.000 €
- Eingezahltes Kapital
- 126.000 €
| Anlagezeitraum | Eingezahltes Kapital | Gesamtvermögen |
|---|---|---|
| 10 Jahre | 42.000 € | ca. 60.100 € |
| 20 Jahre | 84.000 € | ca. 182.500 € |
| 30 Jahre | 126.000 € | ca. 426.000 € |
Kennzahlen im Blick
ETF-Kennzahlen: Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Replikation
Physisch: Aktien werden eins zu eins nachgekauft. Synthetisch: der Index wird über Derivate („Swap“) abgebildet.
Ausschüttung
Ausschüttend: Rendite wird ausgezahlt. Thesaurierend: Rendite wird reinvestiert. Zinseszinseffekt über lange Zeiträume.
Wertentwicklung
Vergangene Wertentwicklung eignet sich nur begrenzt als Indikator für die Zukunft, ermöglicht aber den Kosten- und Renditevergleich.
Alter des Fonds
Je älter der Fonds, desto mehr Vergleichsdaten stehen zur Verfügung.
Fondsvolumen
Große Volumen sind häufig günstiger und liquider, das Risiko einer Schließung sinkt.
TER
Total Expense Ratio: Verwaltungs-, Depot-, Lizenz- und Vertriebsgebühren, aber nicht alle Kosten.
TCO
Total Cost of Ownership: zusätzlich Handelsgebühren, Steuern und Swap-Gebühren.
Tracking Differenz & Error
Zeigen die Abweichung zwischen ETF-Rendite und Index bzw. Abbildungsfehler der Replikation.
ETF-Glossar
Wichtige Begriffe rund um ETFs
- ETF
- Börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Index wie DAX oder MSCI World abbildet.
- Fonds
- Ein Investmentfonds sammelt Geld vieler Anleger und investiert in mehrere Titel gleichzeitig.
- Fondsmanager
- Wählt und handelt Wertpapiere; bei aktiven Fonds fallen dafür zusätzliche Gebühren an.
- Index
- Bildet die Wertentwicklung eines Marktes ab, etwa der DAX mit den 40 größten deutschen Aktiengesellschaften.
- Anleihe
- Staaten oder Unternehmen geben sie heraus; Käufer erhält jährliche Verzinsung und Rückzahlung.
- Wertpapiere
- Verbrieftes Recht, meist an der Börse handelbar: Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds, ETFs.
- Rendite
- Betrag, den angelegtes Kapital in einem Zeitraum erbringt, bei ETFs nach Abzug der Kosten.
- Dividende
- Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an Aktionär:innen ausschüttet.
- Diversifikation
- Streuung des Risikos auf verschiedene Wertpapiere, Branchen und Regionen.
- Börse
- Handelsplatz, an dem Wertpapiere und ETF-Anteile gekauft und verkauft werden.
Einstieg in 4 Schritten
Vermögensverwaltung bei Paradigm Capital in wenigen Schritten
- 01
Depot eröffnen
Bequem online bei der depotführenden Partnerbank, nach einmaliger Legitimation.
- 02
ETF-Portfolio wählen
Aktienquote von 100 %, 70 %, 50 %, 30 % oder 0 % (Zinsportfolio), der Rest entfällt auf Anleihen.
- 03
Einmalzahlung oder Sparplan?
Ab einer Sparrate von 25 € Vermögen aufbauen oder mit einer einmaligen Zahlung anlegen.
- 04
Vermögensverwaltung starten
In wenigen Minuten einsteigen und die Wertentwicklung tagesaktuell im Onlinebanking verfolgen.
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Ja: sie eignen sich besonders, wenn Sie sich der Risiken bewusst sind. Im Gegensatz zu Einzelaktien bieten ETFs Diversifikation, sind transparent, ohne aktives Fondsmanagement, kostengünstig, jederzeit handelbar und durch das Sondervermögen vor Insolvenz geschützt. Dennoch unterliegen sie Kursschwankungen, bei Fremdwährung zusätzlich Währungsrisiken.
Mit einem ETF-Sparplan bauen Anfänger regelmäßig Vermögen auf; die Rate lässt sich jederzeit kostenlos ändern oder pausieren. Alternativ ermöglicht eine einmalige Anlage einen schnellen Einstieg. ETFs sind eine langfristige Anlage: ein längerer Anlagehorizont über mehrere Jahre ist empfehlenswert.
Das ist individuell: ausschüttend oder thesaurierend, Ausrichtung auf einen bestimmten Markt oder Nachhaltigkeit. Für breite Risikostreuung lohnt es sich, Anteile an verschiedenen ETFs zu kaufen. Mit der Vermögensverwaltung von Paradigm Capital investieren Sie in Unternehmen weltweit mit ausgewogener regionaler Gewichtung.
Autorin: Maria Brütting (Content Managerin, Marketing) · Expertise: Kim Felix Fomm (Chief Investment Officer)
Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Kurse können steigen oder fallen, im äußersten Fall ist ein vollständiger Verlust des angelegten Betrages möglich.
Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar.